Riesenotter - gefährlich faszinierend

In Brasilien, im Pantanal, wird man schnell aufgeklärt, dass man in Flüssen nicht die Kaimane fürchten braucht (die sind nämlich sehr ängstlich) sondern die Riesenotter.

Schwer zu verstehen für jemanden wie mich, der Otter bislang vornehmlich als süße, elegante "Wassermarder" kannte.

Und dann sah ich die ersten ganz nah ... direkt neben dem Motorboot auftauchen. So nah, dass ich am liebsten die Hand ausgestreckt hätte. 

Allerdings besitzen die bis zu 2 m langen und 20 kg schweren Raubtiere ein sehr eindrucksvolles Gebiss. Und bei einer nächsten Begegnung wurden wir von einer Ottermutter vertrieben, die ihre schon etwas älteren Jungen beschützte. Ihre Drohungen waren wirklich einschüchternd. 

 

Die "Wasser Jaguare" (portugiesisch "Ariranha") oder "Flusswölfe" (spanisch "lobo del rio") leben übrigens in Familiengruppen von bis zu 10 Tieren in großen Revieren  zusammen, so dass man wohl eher keinen beim Schwimmen antrifft - dagegen sieht man aber überall Kaimane.  

 

Die Riesenotter gehören leider zu den am stärksten gefährdeten Säugetieren. 

Sie werden nicht nur bejagt (Pelzgewinnung), sondern reagieren auch auf Umweltverschmutzung, Lebensraumzerstörung und auf Störungen bei der Aufzucht empfindlich.

 

Das hoch entwickelte Sozialverhalten der Riesen ist einmalig innerhalb  der Familie der Otter. Sie jagen, schlafen und spielen nicht nur gemeinsam sondern ziehen auch gemeinsam die Jungtiere auf. Männchen und Weibchen bleiben zudem ein ganzes Leben zusammen.

 

Ich hoffe jedenfalls sehr, bei einem zukünftigen Besuch in Brasilien wieder freilebende Riesenotter beobachten zu dürfen.